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Arbeiten in der Cloud

Wolke mit Potenzial - IT-Abend zum Thema Cloud Computing

Luckenwalde • Unter dem Motto „Der Sturm auf die Daten-Wolke“ fand am vergangenen Donnerstag die für dieses Jahr letzte Veranstaltung aus der Reihe IT-Regional der Industrie- und Handelskammmer (IHK) Potsdam statt. Referent Frank Ehlert von der Internet- und Marketing-Agentur Quintact aus Potsdam erklärte den Gästen, was man unter Cloud Computing versteht und wie es Unternehmen nutzen können.

Laut einer Bitkom-Studie werden die derzeit noch verhaltenen Umsätze im Cloud Computing in den nächsten Jahren beträchtlich wachsen, allein in Deutschland von 1,1 Milliarden Euro in 2010 auf über 8 Milliarden im Jahr 2015. Viele Anwendungen laufen heute schon über diese „Wolke“, ohne dass man sie so bezeichnet. Als Beispiel nennt Ehlert den Versandhändler Amazon, der vielen kleinen Partnern seine IT-Infrastruktur bis hin zur Logistik zur Verfügung stellt.

Auch Google, Sun oder Apple setzen auf Cloud. Ob man als Unternehmer mit den angebotenen externen Rechen-Diensten arbeiten will, muss jeder für sich entscheiden. Frank Ehlert stellte zur besseren Bewertung die Vor- und Nachteile gegenüber. Argumente für die Cloud sind Skalierbarkeit und Zukunftssicherheit, man zahlt als Unternehmen nur das was tatsächlich genutzt wird. So muss man sich keine Gedanken um Kosten für Lizenzen bei schwankender Mitarbeiterzahl machen, und die Programme  sind automatisch auf dem aktuellsten Stand. Ein weiterer Vorteil ist die Verfügbarkeit an allen Orten, mit einem Zugang ins Internet haben der Un-ternehmer oder seine Mitarbeiter Zugriff auf alle in der Cloud befindlichen eigenen Daten und Programme. Wobei hier sofort der Aspekt der Sicherheit ins Spiel kommt, die bei korrekten Einstel-lungen, erteilten Berechtigungs-Leveln und natürlich Vertrauen zum jeweiligen Anbieter auch auf der Positiv-Liste steht.
Die Sicherheit kann allerdings ebenso als Nachteil aufgeführt werden, denn eine Verbindung in die Cloud kann entsprechende Lücken in der Übertragung, in der Datenspeicherung oder der Infektionsgefahr durch Malware in sich bergen. Auf jeden Fall sollte man auf einen Server-Standort innerhalb Europas achten, denn gerade in den Vereinigten Staaten sind die Abweichungen in den Datenschutzbestimmungen erheblich. Letztlich blieb offen, ob tatsächlich sensible Daten (Beispiel Steuerberater) in der Cloud ge-speichert oder berechnet werden sollten. Der Werbespruch „Alles in der Cloud“ offenbart selbst weitere Nachteile wie die fehlende Offline-Fähigkeit oder auch nicht verfügbare Programmfunktionen. Als Unternehmer sollte man sich auch Gedanken darüber machen, was im Falle der Insolvenz oder des Verkaufs eines Cloud-Anbieters geschieht. Die BSA Business Software Alliance erarbeitet derzeit Vorgaben für gesetzliche Bestimmungen zu Sicherheit und weiteren Themen.
Zwei ausgewählte Beispiele stellte Ehlert den Zuhören vor. Zum einen die Cloud-Variante eines be-kannten Office-Paketes: Microsoft Office 365  lässt sich als Stand-Alone-Lösung oder in Kombination mit den auf dem eigenen Rechner vorhandenen Programmen verwenden, auch ein Direktabgleich zwischen Offline-Daten und Cloud ist möglich. Dagegen muss man sich beim Dokumenten-Management-System Amagno entweder für die kostenfreie reine Cloud-Version oder die auf Unternehmensservern laufende und wahlweise in der Cloud speichernde Enterprise-Version entscheiden. Beiden gemeinsam ist die intelligente „magnetische“ Sortierung von Dokumenten aller Art.
Bei der anschließenden Diskussion wurden verschiedene individuelle Fragen besprochen, so die Cloud-Kompatibiltät von Mac und PC-Systemen und die neue iCloud von Apple. Auf jeden Fall hat das Thema auch künftig noch Potenzial.

21.11.2011, Text: Gerald Bornschein (Diplom-Designer)